Das Risikodreieck: IEMI, Abhören, Impuls
Kritische Einrichtungen steuern drei verschiedene elektromagnetische Bedrohungen zugleich: absichtliche Störungen (IEMI — Versuche, Systeme mit selbstgebauten Sendern zu stören), Datenabfluss (die TEMPEST-Angriffsfläche) und hochenergetische Impulse (EMP/Netzereignisse).
Die Antwort auf alle drei folgt demselben architektonischen Prinzip: das kritische Volumen definieren und es mit einer messbaren Hülle von der Außenwelt trennen. Die europäischen Rahmenwerke für kritische Infrastrukturen (KRITIS) fordern diese Widerstandsfähigkeit zunehmend ausdrücklich ein.
Die Ausführungsschichten
- Gebäudehülle: beim Neubau U230 unter Dach und Fassade, Lagen aus A190/HNV100 auf den Innenflächen
- Raumhülle: Abschirmung aller sechs Flächen des Serversaals, mit Tür- und Durchführungsdetails
- Schrankebene: zusätzliche Umhüllung der kritischsten Knoten (gestaffelter Schutz)
- Leitungsdisziplin: Filter bzw. Glasfaser an Strom- und Dateneinführungen, kontrollierte Durchführung an einem einzigen Punkt
- Verifikation: Abnahmemessung auf Basis von IEEE 299, Wiederholungstest nach Änderungen
Die Begründung der Investition
Elektromagnetische Widerstandsfähigkeit ähnelt der Brandschutzanlage: eine Versicherung gegen Ereignisse mit geringer Wahrscheinlichkeit und katastrophaler Wirkung. Dass in Audits und Kundenzusagen die Zeile 'EM-Resilienz' abgefragt wird, ist keine Ausnahme mehr; eine in der Planungsphase ergänzte Schicht kostet nur einen Bruchteil der nachträglichen Umrüstung.
Wir bieten Einrichtungen die Entwicklung des Leistungsverzeichnisses, die Materiallieferung und die Ausführungsüberwachung schlüsselfertig an; bei vertraulichen Projekten arbeiten wir mit beiderseitiger NDA.
Häufig gestellte Fragen
Lässt sich ein bestehendes Rechenzentrum nachrüsten?
Ja — der gestaffelte Ansatz ist genau dafür da: Zuerst werden der kritischste Saal oder Schrank umhüllt; die Gebäudehülle wird in die großen Wartungsfenster eingeplant. Szenarien für den unterbrechungsfreien Übergang werden bei der Besichtigung entworfen.
Welches dB-Ziel ist das richtige?
Es wird je nach Bedrohungsmodell im Band von 60-100+ dB festgelegt: Bei abhörorientierten Projekten haben die GSM/WLAN-Bänder Priorität, bei impulsorientierten die Breitbandleistung. Das Ziel wird im Vertrag als messbares Abnahmekriterium festgeschrieben.
Erschwert die Abschirmung nicht Kühlung und Verkabelung?
Mit den richtigen Details nicht: Die Lüftung wird über Waveguide-Waben gelöst, die Verkabelung über einen einzigen Durchführungspunkt mit Filtern. Das sind standardisierte Engineering-Details.